“Für alle Kollegen, die Druckerpapier nachlegen und den Toner wechseln.” Diese Widmung stellte Timo Lokoschat vor sein neues Werk “Das Bürobuch”. Was den Leser erwartet, das lässt der Untertitel ahnen: “100 Mutproben zwischen Kantine und Konferenzraum”. Und das kann sich auch jeder vorstellen, der bereits das erste Buch des Autors las, “Es wird eng im Kalender”, das ich auch hier im Blog schon vorstellte: JEDE MENGE SPASS NÄMLICH!!!
Gehen wir an das schön gemachte Büchlein via Zufallsgenerator ran. Das Kapitel “Auf dem Parkplatz” öffnet natürlich sofort mein Herz: “Gehalt, Bürogröße, Visitenkarte? Von wegen! Die wahre Hierarchie in einem Unternehmen lässt sich wohl nirgendwo so gut ablesen wie bei den Firmenparkplätzen. … Je dichter dran, desto höher.” Aber hallo! Wenn’s danach ginge, müsste mir der Verlag gehören. Aber das wüsste ich. Und so blicke ich objektiv auf meinen “Stammparkplatz”, wenige Meter von meinem Arbeitsplatz entfernt: der steht prinzipiell jedem aus dem Verlag zur Verfügung. Wer sich morgens gegen 6.20 Uhr um den Parkplatz bewirbt, der hat große Chancen, ihn auch zu ergattern. Höchst demokratisch läuft es also, bis auf die Uhrzeit. Die bestimmt diktatorisch über Nähe und Ferne des fahrbaren Untersatzes…

Nach der Arbeit ist vor der Arbeit. Oder so ähnlich.
Zum “Empfang” in einem Unternehmen findet sich auch ein wunderbares Textlein. Weil ich aber zu diesem Thema ein Schweigegelübde abgelegt habe, überspringe ich das Kapitel und lande direkt auf den Sätzen, die mit “Die Telefonanlage” überschrieben sind. Ja sappelot, hat’s denn in dem Buch nur politisch hochbrisante Themen? Eine Boeing 747 zu landen sei einfacher als das Bedienen der meisten Telefonanlagen, so lese ich. Stimmt. In direktem Zusammenhang mit der Bedienung einer Telefonanlage dachte ich schon veschiedene Male, ich hätte etwas anderes studieren sollen.
Im Kapitel “Großraumbüro” fand ich das: ”Dieser Raum dürfte verhasster sein als Birkenpollen, Dieter Bohlen und Darth Vader zusammen.” Um einer Abmahnung vorzubeugen: Kein Kommentar. Doch, halt, einen noch: das Büchlein macht Laune! Schenken Sie es Kollegen und Freunden, die bereits Humor haben und auch Schräges lieben.
Serviervorschlag: Einfach liebevoll einpacken, mit einem Bändchen versehen und an eine Flasche Wein/Sekt/Schnaps, an einen Geschenkkorb oder an eine Pralinenschachtel binden.

Von Bürotasse bis Tastatur findet sich alles in dem Buch.
Halt, bevor ich es vergesse, noch schnell einen Blick ins andere Buch von Timo Lokoschat, “Es wird eng im Kalender”: Heute ist “Tag des Chop Suey”. Wer Chop Suey erfunden hat, das scheint unklar zu sein: Chinesen in New York oder Chinesen in der chinesischen Provinz Guangdong. Ihnen kann es egal sein, falls Sie in einem Chinarestaurant speisen sollten. Sie müssen den Namen des Gerichts auch nicht aussprechen können. Sagen Sie einfach: Nummer 79.
Timo Lokoschat, “Das Bürobuch” – 100 Mutproben zwischen Kantine und Konferenzraum”, Verlag Sanssouci, ISBN 978-3-8363-0245-6, Euro 9,90.
Starten Sie allerbestens in die neue Arbeitswoche!
Ihr Ulrich Schweizer ulrich.schweizer@konradin.de www.malerblatt.de www.malerblatt-wissen.de www.twitter.com/malerblatt