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    Großes Abenteuer!

    28. September 2010

    Die dahineilenden Menschen sehen aus wie Mittel, zweckgebunden! Beobachen kann man das zum Beispiel aus dem Speisewagen heraus, der laut Torsten Körner eine Art Restaurant ist, ein Bistro, aber auch eine Kontaktbörse, ein Flirt-Pool, ein rasender Stammtisch, ein Landschaftskino, mitunter ein Beichtstuhl, ein Halt im Haltlosen.

    Schöne Sätze fand ich, sogar wunderschöne. Und zwar ein einem Buch, das auf den ersten Blick nur für Bahn-Vielfahrer geschrieben wurde. Mitnichten! Die “Geschichten aus dem Speisewagen” sind so klasse, dass man alles zu Hause oder unterwegs IN EINEM ZUG lesen will. Oder, um das verkehrsmittelneutral noch einmal zu formulieren: AUF EINEN RUTSCH will man den Text von Torsten Körner genießen. Ich selber bin erst auf Seite 123 von 384. Aber ich werde dran bleiben!

    Eines kann ich bestätigen, weil selber so empfunden: “Das Gespräch mit Menschen, das unvermutete Gespräch mit Menschen, die man eben noch nicht kannte, ist eines der größten Abenteuer, in die man sich stürzen kann.” Weiter: “Im Speisewagen … genügt schon ein Glas, um den Rausch des Unterwegs- und Verlorenseins zu verstärken.” – “…für einen winzigen Augenblick blickt man in ein vollkommen unbekanntes Gesicht, das einen aber magnetisch anzieht, das lockt, das eifersüchtig macht auf dieses Leben, das ein anderer führt, ganz ohne dich.”

    Bevor ich noch das ganze Buch abschreibe, hier das Titelbild. Und darunter dann ein paar Sätze zu meiner nächsten Reise:

    In der Bahn findet man Geschichten und Menschen.

    In der Bahn findet man Geschichten und Menschen.

    So, morgen, Mittwoch, geht es bei mir wieder einmal für zwei Tage auf Geschäftsreise. Ich besuche einen außergewöhlichen Malerbetrieb in der Nähe des Chiemsees. Mehr will ich mal noch gar nicht verraten. Nur schnell einen Schnappschuss, damit Sie wissen, wo ich morgen Abend übernachten werde:

    Schon das Haus jodelt gewaltig: der Schneiderhof in Rimsting.

    Schon das Haus jodelt gewaltig: der Schneiderhof in Rimsting.

    Obwohl ich nicht per Bahn, sondern mit dem Auto unterwegs bin, werde ich das Buch von Torsten Körner dabei haben: “Geschichten aus dem Speisewagen – Unterwegs in Deutschland”, Verlag Scherz, ISBN 978-3-502-15161-6, Euro 18,95.

    Machen Sie’s gut, solange ich im schönen Bayerns sein darf. Ihr Ulrich Schweizer ulrich.schweizer@konradin.de www.malerblatt.de www.malerblatt-wissen.de www.twitter.com/malerblatt


    Unglaubliche Spinnerei

    27. September 2010

    Ich habe ja so ziemlich für jede Spinnerei etwas übrig, so natürlich auch für die Theaterspinnerei in Frickenhausen bei Nürtingen oder, falls das eher hilft: rund 30 Kilometer von Stuttgart entfernt in Richtung Schwäbische Alb.

    “Spinnen” ist für uns der Inbegriff für “vernetzte Kreativität”, so die Betreiber des kleinen Theaters über sich. Und was diese Kreativität geschaffen hat, das kann sich sehen lassen. Die einzelnen Stücke, die gespielt, die kulinarische Komponenten, die angeboten werden - das entnehmen Sie doch besser der Website. Die Bildergalerie unter “Die Spielstätte” macht Lust: www.theaterspinnerei.de .

    Besonders nett ist, dass das kleine aber feine Theater sich in den Räumlichkeiten des ehemaligen Frickenhäuser Bahnhofs befindet. Die Züge, die zwischen Nürtingen und Neuffen am Fuße des Hohenneuffen ( www.hohenneuffen.de ) regelmäßig verkehren, halten auch direkt am Theater – näher geht’s nimmer. Dass in der nächsten Ortschaft noch Helmut Dolde einen suuuuper Wein macht, hat nun mit der Theaterspinnerei gar nichts zu tun. Trotzdem lecker: www.doldewein.de . Wollt ich nur mal erwähnt haben.

    Die Fassade der Theaterspinnerei hat eine außergewöhnlich gestaltete Fassade. Aber ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. Also:

    Theaterspinnerei? Ich versteh' nur Bahnhof.

    Theaterspinnerei? Ich versteh' nur Bahnhof.

    Lagerplatzprobleme wurden unkonventionell gelöst.

    Lagerplatzprobleme wurden unkonventionell gelöst.

    Rückseite direkt am Bahnsteig der so genannten "Tälesbahn".

    Rückseite direkt am Bahnsteig der so genannten "Tälesbahn".

    Die Theaterspinnerei ist sozusagen ein Gesamtkunstwerk – nichts wie hineingeschaut also.

    Ihr Ulrich Schweizer ulrich.schweizer@konradin.de www.malerblatt.de www.malerblatt-wissen.de www.twitter.com/malerblatt


    Total verkalkt

    25. September 2010

    Wenn samstags bei einem mordsmäßigen Sauwetter zehn wissbegierige Handwerker zu einer Fortbildung kommen, dann ist das aller Ehren wert. Und dann will ich das hier kundtun, vor allem, wenn noch etliche der Fortbildungswilligen mehr als 300 Kilometer anreisten. Genau so war das heute, als sich besagte Gruppe bei Vivere LebensRäume im schwäbischen Aichtal-Grötzingen trafen.

    Es ging um das Wissen um ein Material ohne jegliche künstlichen Zusätze, um Solocalce, einem rein mineralischen Kalkputz mit feinstem Dolomit, Marmor und ausgeprägtem Glanzglimmer.

    Weil mich die höchst motivierten Teilnehmer und die Veranstalter, Beate, Matthias und Dieter Wagner so begeisterten, wollte ich an dieser Stelle vorab kurz darüber berichten. Ein weiterer Bericht wird im nächsten Malerblatt zu finden sein. Unten noch ein paar Schnappschüsse. Und hier zwei sehenswerte na, das Wort Homepage hört man immer seltener, also: zwei tolle Websites: www.vivere.de und www.solocalce.de .

    Auch bei Solocalce gilt: das wichtigste sind die Menschen, die sich damit auskennen.

    Auch bei Solocalce gilt: das wichtigste sind die Menschen, die sich damit auskennen.

    Die theoretischen Grundlagen wurden ebenfalls geboten.

    Die theoretischen Grundlagen wurden ebenfalls geboten.

    Spachteln und verputzen - selbst bei den leckeren Butterbrezeln in der Pause war genau das angesagt.

    Spachteln und verputzen - selbst bei den leckeren Butterbrezeln in der Pause war genau das angesagt.

    Solocalce Perla Grossa Nr. 4 - gefunden auf www.solocalce.de.

    Solocalce Perla Grossa Nr. 4 - gefunden auf www.solocalce.de.

    Ihnen ein erholsames Wochenende! Und: ertragen Sie das Wetter wacker! Für den Körper ist es so richtig zum REGENerieren.

    Ihr Ulrich Schweizer ulrich.schweizer@konradin.de www.malerblatt.de www.malerblatt-wissen.de www.twitter.com/malerblatt


    Verblöden wir hemmungslos?

    24. September 2010

    Seichtgebiete. So heißt des Buch von Ex-Stern-Chefradakteur Michael Jürgs. Und der Untertitel: Warum wir hemmungslos verblöden. Dass da einer nicht nur leicht angenervt ist von unserer ach so lockeren Welt, das merkt jeder Leser ab Satz eins: Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.

    Die Buchrückseite hilft weiter, sich dem Inhalt innerhalb einer Minute ein Stück zu nähern: Die uns täglich verabreichte Dosis an Blödmachern im Fernsehen, im Internet, in Zeitschriften … hat die Gesellschaft verdummt. Wo kein Tabu mehr gilt, prägen falsche Vorbilder das Verhalten von Unterschicht und Oberschicht. In diesen Seichtgebieten der Nation geht die Demokratie baden. … Michael Jürgs’ Pamphlet ist nicht nur eine kritisch-sarkastische Bestandsaufnahme dieser Zustände, sondern zeigt auch, wie man sie beheben könnte.

    Weil das Buch kernig, witzig, teilweise auch aggressiv geschrieben ist, bietet es außer einer Gesellschaftsanalyse noch jede Menge Unterhaltung. Und trotz der ernsten Themen füttert es die Lachmuskeln. Michael Jürgs diagnostiziert in Deutschland ein “Bedürfnis nach der Seichtigkeit des Seins”, sieht eine neue Grenze zwischen Wissenden und Unwissenden. Und er zählt sarkastisch das Recht auf Dummheit zu den unveräußerlichen Menschenrechten. Dass er sich über “Handy-Terroristen” ereifert, darauf wartet man quasi von Anfang an schon. Und sein Blick auf die Unterhaltungsbranche bringt ein vernichtendes Urteil: Dort wird oft aus Scheiße Gold gemacht.

    Jürgs' These: im Unterhaltungsbereich wird aus Scheiße Gold gemacht.

    Jürgs' These: im Unterhaltungsbereich wird aus Scheiße Gold gemacht.

    Wer Michael Jürgs’ Buch liest, der hat viel zu lachen & zu denken & zu grübeln. Bei jedem zustimmenden Nicken schleicht sich allerdings auch das Gefühl ein, dass man “irgendwie” selber immer wieder gerne ein Löffelchen aus der Verblödungssuppe nimmt und sie danach als Krone der Edelgastronomie lobpreist.

    Michael Jürgs: Seichtgebiete. Warum wir hemmungslos verblöden. Verlag C. Bertelsmann. ISBN 978-3-570-10009-7. 14,95 Euro.

    Ihnen einen erstklassigen Freitag und ein sagenhaftes Wochenende, auch wenn das Wetter nicht mehr so toll sein sollte!

    Ihr Ulirch Schweizer ulrich.schweizer@konradin.de www.malerblatt.de www.malerblatt-wissen.de www.twitter.com/malerblatt


    Rosarote Brille

    23. September 2010

    Um den Alltag ohne große Blessuren überstehen zu können, hilft es manchmal, durch die rosarote Brille zu schauen. So war genau diese gestern meine Rettung, als die Bahn auf dem Rückweg von meiner Nordtour den Anschlusszug in Köln nicht mehr erreichte, weil eher unsinnige Projekte wie Stuttgart21 brav finanziert als für den zuverlässigen Ablauf notwendige Investitionen in Schienennetze und Züge und Bahnhofs-Renovierungen getätigt werden. Aber ich rege mich schon wieder auf… Zurück zur Brille: auf der Domplatte in Köln stand eine “ROSAROTEBRILLE”, genau so geschrieben. Dieser Rahmen, der für den richtigen Durchblick sorgen soll, ist Teil der Kampagne “sehen lernen”, die in Nordrhein-Westfalen läuft. Mehr dazu gibt’s hier: www.sehenlernen.nrw.de .

    Die rosarote Brille hilft manchmal. Auch Herr Grube schaut durch eine.

    Die rosarote Brille hilft manchmal. Auch Herr Grube schaut durch eine.

    Sogar Stuttgart21 sieht hierdurch harmlos aus - Luftnummer eben.

    Sogar Stuttgart21 sieht hierdurch harmlos aus - Luftnummer eben.

    Die rosarote Brille war umlagert von Fotosammlern, hauptsächlich fernöstlichen. Da wird man ja panisch, dachte sich der schwäbische Knipser und verließ fluchtartig den Ort des Menschenauflaufs, um in die nächste Zugverspätung zu schlittern. Allerdings, es soll nicht alles von der Bahn schlecht geschrieben werden: die Linsensuppe im Bordrestaurant schmeckte hervorragend, das Weißbier ebenfalls. Das Suppenrezept stammt von Sterneköchin Cornelia Poletto, die mindestens so schön aussieht wie die von ihr kreierte Suppe. Hier Frau Poletto auf der Zugspeisekarte (nach unten scrollen!): www.bahn.de/p/view/service/zug/bordgastronomie/angebot.shtml Und hier Cornelia Poletto in ihrem gleichnamigen Hamburger Restaurant: www.poletto-restaurant.de .

    Bevor ich aber noch weiter abschweife, verabschiede ich mich höflich.

    Ihr Ulrich Schweizer ulrich.schweizer@konradin.de www.malerblatt.de www.malerblatt-wissen.de www.twitter.com/malerblatt