Globale Beziehungskiste?
Jeder treibt es mit jedem und das fängt früher an, als man denkt. Wolf Lotter schreibt das in seinem Artikel “Beziehungen für Erwachsene” in der Juli-Ausgabe 2010 des Wirtschaftsmagazins “brand eins”. Wie bitte? Juli-Ausgabe? Ja, genau. Manchmal lohnt es sich einfach auch eine Fachzeitschrift aufzubewahren, wenn man früher nicht zum Lesen kommt. Und am heutigen Sonntag hatte ich Zeit & Lust auf diese Lektüre.
Nein, es ist nichts Anrüchiges, worum es bei Wolf Lotter geht. Es sind Aussagen über soziale Netzwerke, die von ihm recht kritisch gesehen werden, doch nur im Sinne von “mangelhafter Nachhaltigkeit”: “Immerhin haben fast 500 Millionen Menschen auf Facebook ein Formular ausgefüllt, um sich zu präsentieren. Dabei kommt heraus, was auch beim Amt herauskommt: nichts oder wenig. Statt Beziehungswirtschaft haben wir eine neue Form von Sozialbürokratie…”. Wenig Gutes lässt er an diesen neuen Monstern: “Sozialingenieure doktern an ihren Verhältnissen so lange herum, bis sie zum Totalschaden werden. Das liegt an der leicht irren Idee, man könne menschliche Beziehungen allgemein und verbindlich planen, steuern, konstruieren und nach Bedarf zusammenschrauben…”.
Ganz anders urteilt er über Kooperationen. Dort würden nämlich zwei Fragen gestellt und auch beantwortet. 1. Was könnt ihr denn anbieten? 2. Was können wir für euch tun? Und das Wort “Netzwerk” ist für ihn deshalb verbrannt und eine Phrase, weil man dort den Antworten auf obige Antworten prima ausweichen könne. Allerdings sei eine “Kooperationsromantik” laut Prof. Theresia Theurl vom Institut für Genossenschaftswesen gefährlich und vernebele die Sicht: “Man muss wissen, wie man Zuasmmenarbeit anpackt.” Kooperationswillige müssten sich auf die Kultur des anderen einlassen. Das bringe “klarere Regeln, klarere Rechte und Pflichten und Verbindlichkeit.”
Warum aber sollten Spezialisten und Experten tun, was in Kooperationen unerlässlich ist – ihr Wissen teilen? Ganz einfach: um letztlich genau dadurch dem eigenen Unternehmen zu nützen. Wolf Lotter im Klartext: “Wer zulässt, dass die Kooperationsfähigkeit im Unternehmen leidet, schadet dem Geschäft.” Wolf Lotter warnt vor “schlampigen Verhältnissen” die heute vielfach als Beziehung verkauft würden. In Sachen Beziehung würden die meisten Unternehmen noch in der Pubertät stecken. Das Einzige, das zählen würde, sei das Resultat. Sonst nichts.
Mehr zum Artikel von Wolf Lotter finden Sie auf der Website von “brand eins”. Ich wünsche Ihnen so viel Spaß bei der Lektüre wie ich ihn dabei hatte! Hier der direkte Link:
http://www.brandeins.de/archiv/magazin/beziehungswirtschaft/artikel/beziehungen-fuer-erwachsene.html
Ihr Ulrich Schweizer ulrich.schweizer@konradin.de www.malerblatt.de www.malerblatt-wissen.de www.twitter.com/malerblatt


Wunderbar, genau die richtige Lektüre. Da werde ich mich demnächst mal genauer mit befassen. Besten Dank für den TIpp auf brand eins! Gruss