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    Gepfefferte Erinnerungen

    30. Dezember 2010

    Das Jahr war durchaus gut gewürzt und ich hätte schon ein paar gepfefferte Erinnerungen zu bieten. Aber es geht hier um die Erinnerungen eines anderen, um die von Fernsehkoch Vincent Klink nämlich. 

    Okay, dass wir wie bei jedem Jahreswechsel geloben, zukünftig weniger zu essen und insgesamt vernünftiger zu leben, das geht als “Ritual” durch. Auch 2011 wird es also vermutlich wieder laufen wie immer…

    Vorher gibt es gemeinerweise noch ein paar Gedanken zu den leckeren Dingen dieser Welt. So werde ich morgen früh schwäbische Spätzle von Hand schaben, um dann abends zur dunkelbraunen Soße eines Hirschbratens die richtigen Beilagen servieren zu können (die hohe Kunst des Spätzleschabens lernte ich übrigens von meinem ebenfalls urschwäbischen Freund und Kollegen Jürgen – und das während eines zweitägigen Aufenthalts im hohen Norden!). Ich könnte hier jetzt noch ein bisschen vom ganzen Menü schwärmen, doch lasse ich lieber einen anderen das Essen allgemein lobpreisen, einen, der das besser kann als ich: meinen Lieblingskoch Vincent Klink, der in Stuttgart in der Wielandshöhe zeigt, wieviel Kreativität im Kochen liegen kann.

    Der Vincent Klink schrieb außerdem ein Buch, das ein grandioses Humorpotenzial bietet: “Sitting Küchenbull – Gepfefferte Erninnerungen eines Kochs”. Auf Seite 188 schildert er beispielsweise, wie er  als junger Koch zusammen mit seiner Freundin beim sicherlich bekanntesten Koch weltweit, bei Paul Bocuse, im südfranzösischen Lyon für 500 Mark essen ging. Der Verlauf des Essens wird sensationell geschildert. Ein Auszug aus der letzten “Etappe”: “Meine Krawatte war längst mit allen Spezialitäten des Hauses imprägniert und sah aus wie ein Action Painting von Jackson Pollock. Ich hätte den Sudellappen unter Acryl sichern sollen als Dokument empirischer Essensbewältigung, Signet des Lernens und Mühens mit der Lust. Durch die Alkoholnebel konnte ich schemenhaft ausmachen, wie Dessertwagen auf uns zurollten. Drei Gefährte mit jeweils drei Etagen Süßwerk der formidabelsten Sorte…”

    Sie merken sofort: das Buch ist eine kulinarische und humoristische Fundgrube. Wer gerne isst und kocht und mit Vorliebe ein lecker Tröpflein genießt, der freut sich über jede der 220 Seiten. Übrigens auch ein ideales Geschenk, wenn man eingeladen ist. Zum Beispiel an Silverster abends…

    "Ich investierte jede Mark, die übrig blieb, in Restaurantbesuche."

    "Ich investierte jede Mark, die übrig blieb, in Restaurantbesuche."

     

    Die Süddeutsche Zeitung schrieb: “Dieser Sterne- und Fernsechkoch schreibt besser als die meisten Menschen, die mit Schreiben ihr Geld verdienen.”

    Vincent Klink, Sitting Küchenbull, Verlag Rowohlt, ISBN 978 3 498 03546 4, gebunden 19,90 Euro, auch als Taschenbuch erhältlich für 8,99 Euro.

    Vincent Klink verglich ja seine Krawatte nach einem großen Menü bei Bocuse mit einem Gemälde von Jackson Pollock. So ähnlich kann man sich das vorstellen:

    http://www.google.de/images?hl=de&q=pollock+art&wrapid=tlif12937266300631&um=1&ie=UTF-8&source=univ&ei=o7McTc6LK4rwsgbW_KT6DQ&sa=X&oi=image_result_group&ct=title&resnum=3&ved=0CDoQsAQwAg

    Keine Ahnung, ob ich den Blog vor dem großen Paukenschlag noch einmal füttere. Vorsichtshalber also gleich jetzt: Ihnen und Ihrer Familie einen suuuuuuuper Rutsch und für 2011 das Allerbeste!

    Ihr Ulrich Schweizer ulrich.schweizer@konradin.de www.malerblatt.de www.malerblatt-wissen.de www.twitter.com/malerblatt


    Ziemlich Federn gelassen

    28. Dezember 2010

    Von Störchen hat man ein festes Bild im Kopf, ob aus einem Tierfilm oder aus einem Bilderbuch für Kinder. Immer kommt Meister Adebar adrett und korrekt daher. An einer Fassade in Paris ist ein zerzaustes Exemplar zu sehen. Von wem das Kunstwerk stammt und wie es dorthin kam? Keine Ahnung. Die Befragung eines Nachbarn brachte nichts. Auch die Wissenschaft der Storchologie konnte das Geheimnis nicht lüften. Dann nehmen wir’s eben hin als kleinen Hingucker. Und fertig.

    Irgendwer hat ihn an die Wand geklascht, den Herrn Storch.

    Irgendwer hat ihn an die Wand geklascht, den Herrn Storch.

     

    Eine echt kuriose Stelle für einen Fassaden-Vogel.

    Eine echt kuriose Stelle für einen Fassaden-Vogel.

     

    Ganz herzlich grüße ich Sie zwischen den Jahren.

    Ihr Ulrich Schweizer ulrich.schweizer@konradin.de www.malerblatt.de www.malerblatt-wissen.de www.twitter.com/malerblatt


    Weißheit mit Schaufeln…

    25. Dezember 2010

    Nein, nein, nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen habe ich heute, sondern die “Weißheit” mit Schaufeln beseitigt – jedenfalls stellenweise. “I’m dreaming of a white Christmas” – dieses Lied wurde sicherlich geschrieben vor der Einführung der allgemeinen Räumpflicht. Wobei: ich genoss es ja durchaus, das weiße Pulver wegzuschieben und noch ein paar Fotos zu schießen, deren Motive selbst im kitschigsten Kalender nicht zu finden wären.

    Das Glück und die Weisheit. Dieses Gedicht von Friedrich von Schiller, das ich zwar nicht kannte, das Ihnen aber vermutlich sooooofort beim Stichwort Weisheit in den Sinn kam, beschreibt in seinen Versen ein Stück weit meine Situation NACH dem Schneeschippen:

    Weisheit lässt die Schaufel sinken

    und wischt den Schweiß vom Angesicht.

    Ja freilich, genau so war es, doch davor sorge die “Weißheit” dafür, dass die Schaufel erst mal kurz vor dem Glühen war. Na ja, fast.

    Inspiration statt Transpiration: unten finden Sie ein paar Winterfotos, deren Motive mir vor oder nach dem Knipsen den Schweiß auf die hohe Stirn trieben.

    Werkzeuge, um das Weiß an die richtige Stelle zu bringen.

    Werkzeuge, um das Weiß an die richtige Stelle zu bringen.

     

    Hier wurde heute kein Espresso getrunken, noch nicht mal gefrühstückt.

    Hier wurde heute kein Espresso getrunken, noch nicht mal gefrühstückt.

     

    Verschiedene Schwierigkeitsstufen, reichlich gepudert.

    Verschiedene Schwierigkeitsstufen, reichlich gepudert.

     

    (Weiterhin) Frohe Weihnachten, viel Ruhe und Erholung.

    Ihr Ulrich Schweizer ulrich.schweizer@konradin.de www.malerblatt.de www.malerblatt-wissen.de www.twitter.com/malerblatt


    Nur Tote bleiben liegen

    19. Dezember 2010

    Nur Tote bleiben liegen. Entfesseln Sie das lebendige Potenzial in Ihrem Unternehmen! Genau so lauten Titel und Untertitel des neuen Werkes von Anja Förster und Peter Kreuz. Das Buch schafft damit schon ab der ersten Sekunde, dass die Neugierde geweckt wird. Und klar, weil keiner eben zu den „Toten“ gehören möchte,  stürzt man sich ungeduldig auf die Lektüre der beiden Vordenker, die sich längst mit unkonventionellen Wirtschaftsbüchern und -Vorträgen einen Namen machten.

    Als Leser des Malerblatt-Blogs haben Sie einen Vorsprung – erst in circa 14 Tagen, im Januar-Malerblatt 2011, werden Sie diesen Text hier in abgewandelter Form auf Papier gedruckt finden.

    Es geht natürlich um die Zukunft, um die „neue Wirtschaftswelt“, die eben mit der liebgewonnenen Situation der Vergangenheit, von der wir uns gerne einlullen ließen, gar nichts mehr zu tun hat. Nachdem ich das Buch durchgelesen, viele Stellen mit Bleistift angestrichen und mir zusätzlich Notizen gemacht hatte, nahm ich die 233 Seiten – und las diese ein zweites Mal, um mit verändertem Kopf noch einmal weitere Aussagen zu entdecken, die in Summe mit den plakativen Entdeckungen des ersten „Lesedurchgangs“ eine Art „Perlenkette“ ergaben, bei der es für jedes Unternehmen, ob Industrie, Handel oder Handwerk Hochkarätiges zu entdecken gibt, das direkt im eigenen Haus umgesetzt werden kann.

    Liegenbleiben oder aufstehen? Jeder muss das für sich entscheiden.

    Liegenbleiben oder aufstehen? Jeder muss das für sich entscheiden.

     

    Für alle Betriebe, vor allem aber auch fürs Bauhandwerk, gilt ein Satz ganz besonders: „In einer solchen neuen Wirtschaftswelt ist die Grundeinheit nicht das einzelne Unternehmen, sondern der einzelne Mensch.“ Aufgaben würden nicht mehr zugeteilt und von einer Instanzenkette kontrolliert, sondern von mündigen Menschen eigenverantwortlich ausgeführt. Endlich schreiben einmal zwei Visionäre solche Sätze und nicht mehr die unerträgliche und altbackene Aufforderung, Mitarbeiter müssten alle ihre Fehler ausmerzen. Die Stärken der Mitarbeiter stärken und deren Kreativität locken und fördern, so wird die die Zukunft aussehen.

    Nur über diesen Weg kann es auch funktionieren, die richtige Antwort auf die Frage zu finden, ob man sich für Statik oder für Dynamik entscheidet: „Die Veränderung zum Besseren beginnt damit, dass Sie verstehen, wie sich die Spielregeln unserer Wirtschaft grundsätzlich ändern. Und dann diese Veränderung für sich nutzen, indem Sie Ihr volles Potenzial entfalten. Tag für Tag. Alles beginnt damit, dass Sie sich entscheiden.“ Man kann das nun auch salopp interpretieren und in Worte fassen, die nicht jedem gefallen werden: sich bewegen, den Hintern hoch bekommen und sich aus der Komfortzone bewegen, in der man im liebsten sitzt, solange die Geschäfte einigermaßen laufen. Und wer eben an den Handlungsweisen der Vergangenheit festhält, könnte unsanft wachgerüttelt werden: „Die neue Welt ist hier und jetzt. Gestern ist vorgestern, heute ist schon morgen. Sicherheit? Vergessen Sie’s! Die Karten werden neu gemischt.“ Wir alle müssten selber in der Lage sein, uns ständig auf sinnvolle Weise zu verändern und zu erneuern. Eine große Gefahr sehen Anja Förster und Dr. Peter Kreuz darin, dass Ideen, die nicht ins etablierte Machtgefüge passten, schnell unter die Decke gekehrt und „Abweichler“ mundtot gemacht würden: „Allein der Nutzen für alle zählt!“

    Weiter: „Sie brauchen die „schöpferischen Zerstörer“, die Querdenker und unruhigen Geister, die das Althergebrachte klug in Frage stellen und Neues entdecken. Diese sind meist unbequem, weil sie ein gewisses Maß an Störungen verursachen.“

    Wie weit einzelne Unternehmen schon sein können, zeigen die Autoren unter anderem am Beispiel von IBM. Der einstmals träg gewordene Dinosaurier der Computerbranche zahle heute seine Mitarbeiter nicht mehr für Anwesenheit, sondern für das Erreichen von Zielen. Die kreative Revolution sei übrigens kein Eliteprogramm, sondern gelte für alle, die schöpferische Leistungen erbringen müssten. Und somit sind auch die Unternehmer, die Meisterfrauen und die angestellten Führungskräfte im Maler- und Stuckateurhandwerk gemeint.

    Für Gestrige und Auf-der-Stelle-Treter fehlt im neuen Buch von Anja Förster und Peter Kreuz auch diese Warnung nicht: „Wenn Gehorsam, Sorgfalt, Fleiß und Intelligenz alles ist, was Mitarbeiter eines Unternehmens jeden Tag mit zur Arbeit bringen, dann hat dieses Unternehmen ein dickes Problem: Es ist AUSTAUSCHBAR. Und Austauschbarkeit ist eines der schlimmsten Schimpfworte im heutigen Wettbewerb.“ Das sollte sich jeder vor Augen halten, der weiß, dass die Kunden jeden Morgen aufwachen und fragen „ Was gibt’s Neues? Was ist anders? Was ist faszinierend?“ Und so lautet ein Fazit des Buchs: „Heute schon und zukünftig noch mehr kommt es darauf an, ein Umfeld zu schaffen, das für mündige und selbstständig denkende Mitarbeiter attraktiv ist.“ Die Verlierer des sozialen Wandels seien diejenigen, die kontrollieren und anordnen wollten.

    Für alle, die sich vor dicken Büchern „fürchten“ sei noch gesagt, dass das außergewöhnliche Werk auch anders gestaltet ist als sonst ein Wirtschaftsschmöker. Das Auge kommt ebenfalls auf seine Kosten und so gibt es keinerlei öde Textwüsten.

    Meine eindeutige Empfehlung am Schluss: kaufen Sie sich „Nur Tote bleiben liegen“ jetzt gleich und geben Sie dem Jahr 2011 die Chance, das kreativste Geschäftsjahr Ihrer Unternehmensgeschichte zu werden.

    Nur Tote bleiben liegen, Anja Förster & Peter Kreuz, Campus-Verlag, ISBN: 978-3-593-39220-2, 24,90 Euro

    Starten Sie allerbestens in die letzte Arbeitswoche vor den Weihnachtsfeiertagen!

    Ihr Ulrich Schweizer ulrich.schweizer@konradin.de www.malerblatt.de www.malerblatt-wissen.de www.twitter.com/malerblatt


    Eis mit Stil

    17. Dezember 2010

    Der Winter ist noch jung, hat uns aber schon voll im Griff. Eis und Schnee sind auf der Straße  unerwünscht und lästig, doch beeindruckend ist es trotzdem, was Väterchen Frost so aus seinem Hut zaubert.

    Die Datei ist zwar uralt, doch immer wieder klasse: was die Eiseskälte nach einer stürmischen Nacht am Ufer des Genfer Sees geschaffen hat, beeindruckt wohl jedes Auge. Viel Naturgewalt, viel Ästhetik, viel Eis, nicht am, sondern mit Sti(e)l.

    Klicken Sie einfach mal drauf. Sie benötigen allerdings ein bisschen Geduld – es kann bis zu einer Minute dauern bis sich die Datei öffnet. (Ich drücke die Daumen, dass die Technik funktioniert…)

    GIL_FREEZING

    Versuchen Sie, den Winter zumindest am Wochenende so gut wie möglich zu genießen – trotz aller verkehrsmäßiger Behinderungen.

    Herzliche Grüße Ihr Ulrich Schweizer ulrich.schweizer@konradin.de www.malerblatt.de www.malerblatt-wissen.de www.twitter.com/malerblatt