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    Gepfefferte Erinnerungen

    Das Jahr war durchaus gut gewürzt und ich hätte schon ein paar gepfefferte Erinnerungen zu bieten. Aber es geht hier um die Erinnerungen eines anderen, um die von Fernsehkoch Vincent Klink nämlich. 

    Okay, dass wir wie bei jedem Jahreswechsel geloben, zukünftig weniger zu essen und insgesamt vernünftiger zu leben, das geht als “Ritual” durch. Auch 2011 wird es also vermutlich wieder laufen wie immer…

    Vorher gibt es gemeinerweise noch ein paar Gedanken zu den leckeren Dingen dieser Welt. So werde ich morgen früh schwäbische Spätzle von Hand schaben, um dann abends zur dunkelbraunen Soße eines Hirschbratens die richtigen Beilagen servieren zu können (die hohe Kunst des Spätzleschabens lernte ich übrigens von meinem ebenfalls urschwäbischen Freund und Kollegen Jürgen – und das während eines zweitägigen Aufenthalts im hohen Norden!). Ich könnte hier jetzt noch ein bisschen vom ganzen Menü schwärmen, doch lasse ich lieber einen anderen das Essen allgemein lobpreisen, einen, der das besser kann als ich: meinen Lieblingskoch Vincent Klink, der in Stuttgart in der Wielandshöhe zeigt, wieviel Kreativität im Kochen liegen kann.

    Der Vincent Klink schrieb außerdem ein Buch, das ein grandioses Humorpotenzial bietet: “Sitting Küchenbull – Gepfefferte Erninnerungen eines Kochs”. Auf Seite 188 schildert er beispielsweise, wie er  als junger Koch zusammen mit seiner Freundin beim sicherlich bekanntesten Koch weltweit, bei Paul Bocuse, im südfranzösischen Lyon für 500 Mark essen ging. Der Verlauf des Essens wird sensationell geschildert. Ein Auszug aus der letzten “Etappe”: “Meine Krawatte war längst mit allen Spezialitäten des Hauses imprägniert und sah aus wie ein Action Painting von Jackson Pollock. Ich hätte den Sudellappen unter Acryl sichern sollen als Dokument empirischer Essensbewältigung, Signet des Lernens und Mühens mit der Lust. Durch die Alkoholnebel konnte ich schemenhaft ausmachen, wie Dessertwagen auf uns zurollten. Drei Gefährte mit jeweils drei Etagen Süßwerk der formidabelsten Sorte…”

    Sie merken sofort: das Buch ist eine kulinarische und humoristische Fundgrube. Wer gerne isst und kocht und mit Vorliebe ein lecker Tröpflein genießt, der freut sich über jede der 220 Seiten. Übrigens auch ein ideales Geschenk, wenn man eingeladen ist. Zum Beispiel an Silverster abends…

    "Ich investierte jede Mark, die übrig blieb, in Restaurantbesuche."

    "Ich investierte jede Mark, die übrig blieb, in Restaurantbesuche."

     

    Die Süddeutsche Zeitung schrieb: “Dieser Sterne- und Fernsechkoch schreibt besser als die meisten Menschen, die mit Schreiben ihr Geld verdienen.”

    Vincent Klink, Sitting Küchenbull, Verlag Rowohlt, ISBN 978 3 498 03546 4, gebunden 19,90 Euro, auch als Taschenbuch erhältlich für 8,99 Euro.

    Vincent Klink verglich ja seine Krawatte nach einem großen Menü bei Bocuse mit einem Gemälde von Jackson Pollock. So ähnlich kann man sich das vorstellen:

    http://www.google.de/images?hl=de&q=pollock+art&wrapid=tlif12937266300631&um=1&ie=UTF-8&source=univ&ei=o7McTc6LK4rwsgbW_KT6DQ&sa=X&oi=image_result_group&ct=title&resnum=3&ved=0CDoQsAQwAg

    Keine Ahnung, ob ich den Blog vor dem großen Paukenschlag noch einmal füttere. Vorsichtshalber also gleich jetzt: Ihnen und Ihrer Familie einen suuuuuuuper Rutsch und für 2011 das Allerbeste!

    Ihr Ulrich Schweizer ulrich.schweizer@konradin.de www.malerblatt.de www.malerblatt-wissen.de www.twitter.com/malerblatt

    3 Kommentare zu “Gepfefferte Erinnerungen”

    1. Dr. Sabine Wilp sagt:

      Lieber Herr Schweizer, natürlich haben Sie es geschafft, mir mit wenigen Andeutungen zum geplanten Menü dem Mund wässrig zu machen. Sicher völlig unbeabsichtigt. Ich wünsche Ihnen auf diesem Wege einen wunderbaren Start ins neue Jahr und freue mich schon auf viele neue Blogeinträge 2011. Ihre Sabine Wilp.

    2. Liebe Frau Dr. Wilp,
      DAAAAAAS ist aber schön, von Ihnen noch etwas zu lesen. Und dann das große Lob. Merci beaucoup!
      Ihnen ebenfalls einen tollen Start ins Jahr 2011!
      Vielleicht verschlägt es Sie ja mal in den Süden. Dann natürlich herzlich willkommen im Verlag.
      Herzliche Grüße
      Malerblatt
      Ulrich Schweizer

    3. Gerlinde sagt:

      Hallo Uli,
      dir, der Familie und der Redaktion auch alles Gute für 2011. Und aufpassen: es soll glatt werden!

      Ich freue mich auf viele interessante, lustige und verrückte Blogs.

      Gerlinde

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